E-Bike kaufen: Schritt für Schritt zum richtigen Modell – mit Checkliste
Du planst, ein E-Bike zu kaufen, aber die Auswahl überwältigt dich? In diesem Einsteiger-Guide erklären wir dir alles Wichtige – von den verschiedenen Typen über die Technik bis hin zu praktischen Kaufkriterien. Mit unserer Checkliste findest du garantiert das passende Modell für deine Bedürfnisse.
Was ist ein E-Bike und wie funktioniert es?
Ein E-Bike – auch Elektrofahrrad genannt – ist ein Fahrrad mit einem eingebauten Elektromotor, der dich beim Treten unterstützt. Der Unterschied zum klassischen Fahrrad liegt also nicht darin, dass das Bike eigenständig fährt, sondern dass dir der Motor Arbeit abnimmt. Wenn du in die Pedale trittst, spürst du einen sanften Schub, der dich mühelos vorwärtsbringt. Das macht besonders bei längeren Strecken, Steigungen oder Gegenwind einen enormen Unterschied.
Der Motor eines E-Bikes befindet sich entweder am Hinterrad (Nabenmotor), an der Tretlager (Mittelmotor) oder am Vorderrad (Vorderradmotor). Die meisten hochwertigen E-Bikes nutzen heute einen Mittelmotor, da dieser das natürlichste Fahrgefühl bietet und das Gewicht optimal verteilt. Der Motor wird durch einen Akku mit Energie versorgt, der je nach Modell zwischen 300 und 750 Wh Kapazität bietet. Je größer der Akku, desto mehr Reichweite hast du – aber auch desto schwerer wird das Gesamtpaket.
Ein wichtiger Punkt für Einsteiger: In Deutschland und Österreich gelten E-Bikes mit einer Tretunterstützung bis 25 km/h und einer maximalen Nennleistung von 250 Watt als Pedelecs. Diese brauchen keine Versicherung, kein Kennzeichen und du benötigst auch keinen Führerschein. Ab 45 km/h spricht man von S-Pedelecs, die versicherungspflichtig sind und ein Kennzeichen benötigen. Für den alltäglichen Gebrauch sind die klassischen Pedelecs mit 25 km/h Unterstützung die beste Wahl.
Die verschiedenen E-Bike-Typen im Überblick
Bevor du ein E-Bike kaufst, solltest du dir überlegen, wofür du es hauptsächlich nutzen möchtest. Denn die Unterschiede zwischen den Typen sind enorm – ein City-E-Bike für die tägliche Fahrt zur Arbeit unterscheidet sich grundlegend von einem Trekking-E-Bike für lange Touren oder einem Mountain-E-Bike für den Offroad-Einsatz.
City-E-Bikes sind die Klassiker für den urbanen Alltag. Sie haben eine aufrechte Sitzposition, die gut für den Überblick im Verkehr ist, und sind oft mit praktischen Extras wie Gepäckträgern, Schutzblechen und Licht ausgestattet. Der Fokus liegt auf Komfort und Alltagstauglichkeit. Die Reichweite ist für die typischen 20 bis 50 Kilometer pro Tag mehr als ausreichend.
Trekking-E-Bikes sind die Allrounder unter den Elektrofahrrädern. Sie eignen sich sowohl für asphaltierte Straßen als auch für leicht unbefestigte Wege. Meist haben sie eine Federgabel für mehr Komfort auf unebenen Strecken, stabilere Reifen und eine umfangreichere Ausstattung mit Licht, Schutzblechen und Gepäckträger. Wenn du sowohl zur Arbeit fahren als auch am Wochenende längere Ausflüge machen möchtest, ist ein Trekking-E-Bike die ideale Wahl.
SUV-E-Bikes verbinden die Vorteile von City- und Trekking-Bikes und sind besonders vielseitig einsetzbar. Sie bieten eine komfortable Sitzposition, starke Motoren und eine robustere Ausstattung. Durch die breiten, griffigen Reifen sind sie auch auf Schotter oder leichten Waldwegen gut unterwegs.
Wichtige Begriffe und Technik einfach erklärt
Wenn du dich zum ersten Mal mit E-Bikes beschäftigst, begegnen dir viele Fachbegriffe, die zunächst verwirrend wirken. Hier erklären wir dir die wichtigsten Begriffe, damit du fundiert entscheiden kannst.
Der Akku ist das Herzstück deines E-Bikes und bestimmt maßgeblich die Reichweite. Die Kapazität wird in Wattstunden (Wh) angegeben – je höher die Zahl, desto mehr Energie kann der Akku speichern. Ein 500-Wh-Akku reicht für etwa 60 bis 100 Kilometer, abhängig von deinem Fahrstil, dem Gelände und der gewählten Unterstützungsstufe. Die meisten Hersteller integrieren den Akku heute formschön in den Rahmen, was zwar gut aussieht, aber das Laden erschweren kann. Achte darauf, ob der Akku entnehmbar ist – das ist besonders praktisch, wenn du in einer Wohnung ohne ebenerdigen Zugang lebst.
Der Motor wird in Newtonmetern (Nm) angegeben, was das Drehmoment beschreibt. Ein höheres Drehmoment bedeutet mehr Kraft, besonders bei Steigungen. Für flache Strecken reichen oft 40 bis 50 Nm aus, während du für hügeliges Gelände oder Mountainbikes mindestens 70 Nm oder mehr brauchst. Die gängigen Hersteller Bosch, Shimano und Giant bieten verschiedene Motorlinien an – Bosch Performance CX gilt etwa als besonders kraftvoll und ist bei Trekking- und Mountainbikes beliebt.
Die Reichweite ist von vielen Faktoren abhängig und wird von Herstellern oft optimistisch angegeben. Neben der Akkukapazität spielen dein Gewicht, das Gelände, die gewählte Unterstützungsstufe und sogar die Außentemperatur eine Rolle. Als grobe Orientierung kannst du die Herstellerangabe durch 1,5 bis 2 teilen, um einen realistischen Wert für deinen Alltag zu erhalten.
Darauf solltest du beim E-Bike-Kauf achten
Die Auswahl des richtigen E-Bikes erfordert mehr Überlegung als der Kauf eines klassischen Fahrrads. Neben deinen persönlichen Vorlieben spielen objektive Kriterien eine wichtige Rolle, die wir dir hier erklären.
Die richtige Rahmengröße ist entscheidend für deinen Komfort und deine Sicherheit. Ein zu kleiner Rahmen führt zu einer unbequemen, gekrümmten Sitzposition, während ein zu großer Rahmen schwer zu kontrollieren ist. Die meisten Hersteller bieten Rahmengrößen in Zentimetern oder als S/M/L/XL an. Die passende Größe hängt von deiner Körpergröße ab – aber auch von deiner Schrittlänge. Am besten probierst du verschiedene Modelle in einem Fachgeschäft aus oder nutzt die Größenberatung der Hersteller online.
Das Gewicht eines E-Bikes liegt durch den Motor und Akku deutlich über dem eines normalen Fahrrads – typischerweise zwischen 20 und 30 Kilogramm. Wenn du das Bike häufig trennen musst (etwa in den Keller oder in den Bus), solltest du ein leichteres Modell wählen. Carbonrahmen wie beim Canyon Precede:ON CF 9 können hier Vorteile bieten, sind aber auch teurer.
Die Schaltung ist bei E-Bikes besonders wichtig, da du durch die höhere Geschwindigkeit und das zusätzliche Gewicht andere Anforderungen hast. Hochwertige Kettenschaltungen von Shimano oder SRAM mit 10 bis 12 Gängen bieten ein breites Übersetzungsspektrum und präzise Gangwechsel. Riemenantriebe wie beim Cube Kathmandu Hybrid EX 750 sind eine Alternative zur Kette – sie laufen ruhiger, halten länger und sind wartungsarm, aber auch teurer in der Anschaffung.
Bremsen müssen bei dem höheren Gewicht und der höheren Geschwindigkeit besonders leistungsfähig sein. Hydraulische Scheibenbremsen sind heute Standard bei E-Bikes und bieten gute Verzögerung bei jedem Wetter. Achte auf die Größe der Bremsscheiben – größere Scheiben (etwa 180 mm) bieten mehr Bremskraft.
Typische Anfänger-Fehler und wie du sie vermeidest
Viele Menschen, die ihr erstes E-Bike kaufen, machen ähnliche Fehler. Wenn du diese kennst, kannst du sie leicht umgehen und landest garantiert bei einem Bike, das zu dir passt.
Fehler 1: Der Akku ist zu klein. Anfänger unterschätzen oft, wie viel Akkukapazität sie wirklich brauchen. Wenn du gerne längere Touren fährst oder in hügeligem Gelände unterwegs bist, sparst du nicht am falschen Ende. Ein 500-Wh-Akku mag im Flachland reichen, aber in den Bergen wirst du schnell an Grenzen stoßen. Modelle wie das Canyon Pathlite:ON 8 oder das Giant Explore E+ 3 Pro bieten mit 625 bis 750 Wh genug Reserven für ausgedehnte Fahrten.
Fehler 2: Die falsche Rahmenform. Herrenräder mit dem typischen Querrohr sind nicht für jeden die beste Wahl – sie können beim Auf- und Absteigen unbequem sein. Tiefeinstiegs-Rahmen (auch Wave-Rahmen genannt) bieten mehr Komfort und sind einfacher zu handhaben, besonders wenn du öfter mit Gepäck fährst oder Kleidung trägst, die nicht dehnbar ist.
Fehler 3: Falsche Erwartungen an die Reichweite. Herstellerangaben wie 120 km klingen verlockend, sind aber unter idealen Bedingungen gemessen. Wenn du viel in der höchsten Unterstützungsstufe fährst, viele Steigungen hast oder schwer beladen bist, kommst du vielleicht nur auf die Hälfte. Plane lieber mit einem Puffer und lade öfter nach, als dass du unterwegs liegen bleibst.